2014 - Italien

Denke ich an Italien in meiner Kindheit, denke ich an Pauschalurlaube. Es waren die klassischen Erlebnisse, für eine bestimmte Zeit örtlich gebunden zu sein, zwischen Strand und Pool hin und her zu tingeln und ab und zu lokal zu speisen. Heute wäre das für mich (für uns) so gar nicht mehr vorstellbar.

 

2014 starteten wir dann zu unserem ersten, richtigen Etappenurlaub, welcher den Gardasee, die Cinque Terre und einen Teil der Toskana umfasste. Man lernt nie aus, und die zahlreichen, anstrengenden Tagesausflüge des Vorjahres wollten wir so gut es ging vermeiden. So schafften wir eine Fülle von Sehenswürdigkeiten: die Anmut und das pittoreske Antlitz des Lago di Garda, die Schroffheit der Klippen der Cinque Terre sowie die Traumkulisse der Umgebung von Livorno.


Gardasee


Sirmione

 

Die Halbinsel "traut" sich geradezu, in den See hineingewachsen zu sein und den breiten Süden des Gewässers fast in zwei Hälften zu teilen. Der schmale Landstrich läuft auch bald eng zu, bis man kopfseitig in der mit engen Gassen durchzogenen Altstadt und der sehr pittoresken Uferpromenade rund um die Scaligerburg landet. 


Il Vittoriale degli Italiani

 

 

Darf man das Werk eines ausgewiesenen Faschisten gut finden? Eine vielleicht provokante Frage, die sich vielleicht bei einem Besuch von selbst beantwortet. Heute ist die einstige Villa des ultra-nationalistischen Schriftstellers Gabriele d´Annunzio nicht nur ein Museumskomplex, sondern auch ein Sammelsurium angelehnter Baustile mit Brückenschlag zur kriegerischen Moderne bis in die 1920er Jahre hinein. Es ist schon ein kurioses Gefühl, erst das Herrenhausambiente der Villa zu bestaunen, danach auf den sanft geschwungenen "Tanzteich" in Geigenform zu blicken und nur wenig später auf einem alten Kriegsschiff zu stehen, das man dem einstigen Hausherren als Geschenk (!) angekarrt hatte.


Malcesine

 

Wer eine Tour rund um den Gardasee macht, kommt an der "Perle des Gardasees" wohl nicht vorbei. Mit seinen charakteristischen, gesprenkelten Ziegeldächern schmiegt sich der Ort vom Seeufer an die steilen Berghänge der Alpen heran. Der beste Platz, um Malcesine zu überblicken, ist die Scaligerburg. Von mehreren Standpunkten innerhalb der Burg aus lässt sich die gesamte Landschaft sehr gut überblicken und fotografisch festhalten.


Ligurische Riviera

 

Die Cinque Terre sollte man mal gesehen haben. Per Zug ist dies bequem möglich, dafür verzichtet man eventuell auf die ein oder andere besondere Aussicht. Die Wanderwege überwinden durch unzählige Stufen teils hunderte Höhenmeter, was zwar sehr anstrengend ist, aber mit unvergleichlichen Panoramen mehr als belohnt.

 

Zusätzlich statteten wir auch der bekannten Hafenstadt Rapallo und dem benachbarten Recco einen Kurzesuch ab.


Pisa und die Hafenpromenade von Livorno

 

 

Die toskanische Stadt mit seinem berühmten schiefen Turm darf natürlich nicht fehlen, wenn man sich in der Nähe aufhält. Heute ist nicht nur der Glockenturm berühmt, sondern auch die Touristen, die für ihre Selfies ziemlich kreativ werden. Da mein Interesse eher der Inszenierung des Monuments liegt, war ich an dem Tag sehr dankbar für die Wolkenkulisse, die den Bildern das gewisse Etwas verlieh.

 

An einem anderen Tag schauten wir kurz in Livorno vorbei. Mehr als die Strandpromenade haben wir zwar nicht gesehen, die lud aber mit seinem Schachbrettmuster zum Ausprobieren mit Perspektiven ein.


Strand von Vada

 

 

Das Örtchen Vada diente in unserer Toskana-Etappe als "Basis" für unsere Unternehmungen. Von dort aus muss man nur einen Streifen Pinienwälder durchschreiten, um zum Strand zu gelangen. In den Abendstunden kann man sich an verschiedenen Stellen dann fotografisch austoben oder einfach nur die Sonnenuntergänge genießen. Wir hatten nicht den "weißen Strand", der beworben wird, in unmittelbarer Nähe, eher schmale, naturbelassenere Küstenstreifen weiter südlich.